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Triumph des Talents

Als der Graf Georg zu Sayn-Wittgenstein im Jahre 1438 an Laasphe die Stadtprivilegien verlieh, wurde das Bierbrauen, ähnlich wie das Brotbacken, noch in öffentlichen Brauhäusern nachbarschaftlich organisiert. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich bei den Bierbrauern auch echte Könner heraus. Das Bier schmeckte dann einfach besser und wurde von den weniger talentierten Bürgern diesen frühen Bierspezialisten in kurzer Zeit abgekauft. So entstanden die ersten festen Verkaufs- und Ausschankstellen für Bier. Da bei manch einem Gastwirt der Ausschank des selbstgebrauten Bieres besonders florierte, erhielt dieser eine Ausnahmegenehmigung, das Bier im eigenen Hause zu brauen. Und damit waren die ersten Hausbrauereien geboren! Da ein Großteil der zum Bierbrauen notwendigen Geräte in den Backstuben der Bäckereien zu finden war, entwickelten sich aus diesen oft die neuen Brauereien.

Bier vom Bäcker Schuppert

1705, in Europa wurde die Epoche der Neuzeit eingeläutet, ist der erste Eintragung für den Bäcker Johann Friedrich Schuppert in die Brauliste der Stadt Laasphe zu finden. Und während im Zeitalter der Spätaufklärung sich die neuzeitliche Wissenschaft weiter entwickelte, der Landwirtschaft und Warenproduktion neue Impulse gaben, die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet wurden und die Französische Revolution tobte, braute die Familie Schuppert im Wittgensteiner Land über viele Generationen hinweg unbeirrt ihr schmackhaftes Bier. 

Neuzeit in Laasphe

1825 kam der junge Georg Eberhard Bosch während seiner Lehr- und Wanderjahre in die kleine Stadt Laasphe und erlernte dort bei Friedrich Christian Schuppert das Brauerhandwerk. Er heiratete die hübsche Tochter der Familie; nach dem Tode Friedrich Christian Schupperts übernahm Georg Eberhard Bosch das Familienunternehmen und entwickelte die kleine Hausbrauerei zu einem florierenden Geschäft. Alsbald fuhren die Ochsenwagen mit den Bierfässern bis hinauf nach Winterberg. Auch in den Kreisen Siegen und Biedenkopf war das Bier des Brauers Bosch bekannt und geschätzt.
Ungeachtet der sonstigen europäischen politischen Neuordnungen hielt auch in Laasphe bei den Boschs die Industrialisierung vorsichtig Einzug. Nachdem die drei Söhne kreuz und quer durch die Lande gezogen waren um unterschiedlichste Brautechniken zu studieren, entschloss man sich 1857 eine neue, größere Brauerei am gegenüberliegenden Ufer der Laasphe zu bauen. So wurden statt nur 840 nun schon 2.500 Liter Bier auf einmal gebraut.

Aufstieg

Die Belegschaft der Brauerei Bosch um 1905
Der Brauereihof 1970

Die Familie Bosch führte das Unternehmen während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unbeirrt zu weiter wachsendem Erfolg. 1905 hatte die Nachfrage den Ausstoß wieder überrundet und es musste von Friedrich „Fritz“ Bosch neu gebaut werden. So steigerte sich die Leistungsfähigkeit auf 3.700 Liter pro Sud.

Von 1925 bis 1975 leitete Eberhard Bosch Senior erfolgreich die Brauerei und konnte den wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre nutzen, ein stabiles Unternehmen seinem Sohn Hans-Eberhard Bosch zu hinterlassen.

Bis heute werden die Geschicke der Brauerei Bosch ausschließlich von der Familie bestimmt. Seit 2007 ist Hans-Christian Bosch Geschäftsführer in elfter Generation. Mit solidem Geschäftssinn, einem guten Näschen für den Markt und vor allem einer intuitiven Kenntnis der Kundenbedürfnisse haben die Boschs ihr Unternehmen konsequent weiterentwickelt zu einer Spezialitäten-Brauerei, die nicht zuletzt durch die hervorragende Qualität Ihrer Biere immer wieder begehrte Auszeichnungen nach Bad Laasphe trägt. Na denn, Prost!